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	<title>RUNDFUNK-BERICHTE &#187; Fußball</title>
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	<description>Presse und Rundfunk</description>
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		<title>Bremen zieht die Reissleine</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Sep 2014 16:51:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Krawalle]]></category>
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		<description><![CDATA[Bremen hat zwischenzeitlich den bei Veranstaltungen der Bundesliga üblichen ko­sten­lo­sen Einsatz von Polizeihundertschaften infrage gestellt. Die offizielle Erklä­rung aus Bre­men schlug bei den Sport­vereinen wie auch in der Presse und im Rund­funk hohe Wellen. Reinhard Rauball, Präsident des Deutschen Fußball­bundes von Beruf Rechtsanwalt und für kurze Zeit sogar einmal Justizmini­ster des Landes Nord­rhein-Westfalen, ließ sofort [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Bremen hat zwischenzeitlich den bei Veranstaltungen der Bundesliga üblichen ko­sten­lo­sen Einsatz von Polizeihundertschaften infrage gestellt. Die offizielle Erklä­rung aus Bre­men schlug bei den Sport­vereinen wie auch in der Presse und im Rund­funk hohe Wellen. Reinhard Rauball, Präsident des Deutschen Fußball­bundes von Beruf Rechtsanwalt und für kurze Zeit sogar einmal Justizmini­ster des Landes Nord­rhein-Westfalen, ließ sofort ein für Bremen terminiertes Län­derspiel in ein anderes Sta­dion verlegen. In einem Interview mit Radio Bremen erklärte er, dieser Schritt sei not­wendig. FOCUS zitierte ihn mit den Worten: „notfalls gehen wir bis vor das Bun­desverfassungs­gericht.“ So uneinsichtig, wie sich Rauball ein­brach­te, berichteten Presse und Rundfunk jedoch nicht. Gleich­wohl ließen sie in ihrer Be­richterstattung eine gebotene differenzierte Erörte­rung der Thematik nicht erken­nen. Anlass hierzu besteht jedoch hinreichend.</p>
<p>Fest steht, dass zahlreiche Fußballspiele, die als Sport bezeichnet werden, den­noch seit Jahren von einer Orgie aus Ge­walt und Vandalismus begleitet werden. Die Veranstalter beanspru­chen vom Staat, genauer von den Polizeibeamten vor Ort, dass sie für Ruhe und Ord­nung sorgen. Dass solche Einsätze oft­mals davon gekennzeichnet sind, dass zahlrei­che Polizeibeamte bei die­sen Einsätzen verletzt oder sogar schwer ver­letzt vom Platz getragen werden müs­sen und als Folge hier­von monatelang dienst­­unfähig sind, scheint wohl offen­bar nur geringe Be­deu­tung zu besitzen. The show must go on!</p>
<p>Hinzu kommt, dass in der Berichterstattung von Presse und Rundfunk die Tat­sa­che keinen Eingang findet, in welchem Ausmaß die Polizeibeamten vor Ort sich bei ihren Einsätzen einem ständigen und belastenden Rechtfertigungsdruck aus­gesetzt sehen, gefördert durch entspre­chende An­­spra­chen ihrer Vorgesetzten. Später kommt dann noch die kri­tische Aufar­beitung des Einsatzes hinzu, vor allem dann, wenn eine tendenziöse Be­richt­­erstattung die Polizeibeamten als Schläger und Brandstifter diffamiert. Auch die Vorge­setzten selber sehen sich ihrerseits gleichfalls einem nicht immer freund­lichen Dienst­gespräch mit ihren Vorgesetzen gegenüber. Die enorme kör­perliche Bela­stung eines Einsatzes, der sich oftmals über viele Stunden ohne jede Pause hinzieht, bleibt ebenso uner­wähnt.</p>
<p>Eine Interessenabwägung gebietet es auch, die erheblichen Fehlzeiten, die durch den Po­li­zeieinsatz hervorgerufen werden, zu bedenken, zum Beispiel wenn Poli­zei­­ein­sätze mit rund 3,000 Beamten erforderlich werden. Angesichts der ständig wachsenden An­for­de­run­gen, die an die Poli­zei gestellt werden, geht dies mit einem Rück­gang der Prä­senz in der Öffentlichkeit und Abnahme der Kontroll­fä­higkeit der Polizei ein­her, deren Fol­gen in der jährlich vom Bun­deskriminalamt herausgegebenen Poli­zei­lichen Kriminalstatistik nachprüfbar sind.</p>
<p>Am aller wenigsten bedacht wird jedoch, welche Dimensionen die Folgen der nach­­­lässigen Personenkontrolle in den Fußballstadien für die ahnungslosen Zu­schauer des Fuß­ball­spiels besitzen. Wenn es heute möglich ist, dass zahlreiche Besucher von ihren Plätzen aus in erheblichem Umfang Feuerwerkskörper und bengalische Fac­keln entzünden und auf das Spielfeld werfen können stellt sich die Frage, ob den Ver­anstaltern bekannt ist, auf welche Weise in Afghanistan, in Syrien und im Irak Terroristen ihr tödliches Handwerk ver­richten. Für Massen­mor­de sind gerade Men­schenansammlungen in Stadien ideale Ziele und leicht zu erreichende noch dazu, wie die zahlreichen Wurfgeschosse, brennenden Fackeln und Feuerwerkskörper bei Fußballspielen beweisen.</p>
<p>Der Anspruch der Allgemeinheit an den Staat auf Sicherheit und Ordnung geht der Orga­nisation von kommer­ziel­len Fußballspielen vor. Dies scheinen Rauball und seine Freunde nicht sehen zu wollen. Ohne große Panik zu verbreiten, soll­ten die Fußball­vereine sowohl ihre Einlasskontrollen wie auch die Abgabe der Tickets stärker kon­trollieren, zum Beispiel durch Vorlage des Personalausweises beim Er­werb von Ein­trittskarten, die mit Namensauf­druck zu versehen sind. Sie sollten fer­ner in ihre Überlegungen ein bundesweites Stadion­ver­bot als letzte Sank­tions­maß­nahme für alle als Randalierer auffällig gewordenen „Fußballfans“ einbe­zie­hen. Der Verkauf von Tickets an aus Afghanistan, Syrien oder dem Irak zurückge­kehrte Dschihadisten wäre in jedem Einzelfall gesondert zu prüfen und zu beurteilen.</p>
<p>Die verstärkten Anforderungen an die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch die zu­neh­mende Grenzöffnung der Bundesrepublik aber auch als Folge der immer heftiger geführten Reli­gionskriege – wir haben offenbar den 30jährigen Krieg vergessen – fordert von den staatlich Verant­wort­lichen einen verstärkten Einsatz ihrer Kräfte. Rauball sollte wis­sen, welch enormer Per­sonaleinsatz Ob­servationen zum Schutz der Bevöl­ke­rung gegen terroristi­sche Umtriebe notwen­dig macht. Seine Ignoranz ist absolut unverzeihlich.</p>
<p>Wenn also Rauball auf das Bundesverfassungsgericht hofft, wird er bereits im Vor­feld der Auseinandersetzung Vorschläge machen müssen, wie als Folge von auf­wen­digen Polizei­ein­sätzen bei Fußballspielen die Benach­teiligung der Allge­mein­heit durch Schmälerung der Einsatzfähigkeit der Polizei kom­pensiert werden kann. Die Nachdenklich­keit über die enormen Ge­fah­ren von Massenveran­stal­tungen durch eine unkontrollierte Ticketabgabe oder nach­lässige Eingangs­kon­trol­len darf nicht erst nach einem explosiven Vorfall einset­zen. Bedauerlich ist nur, dass, anders als Bremen, andere Länder erst einen mutigen Schritt nach vorn wagen und dann, wie Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD), nach erster Kri­tik zurückstecken.</p>
<p>Für Presse und Rundfunk ergibt sich die zwingende Notwendigkeit, sachlich und nüch­tern die Bevöl­kerung darüber zu informieren, dass sie allein schon aus Grün­den des Eigenschutzes, Auffälligkeiten in verstärktem Maße ihr Augenmerk schen­­ken und gege­benenfalls, ohne zu zögern, die Polizei informieren muss.</p>
<p>Friedrich Weber</p>
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